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Gesundheit 7 min read15. Januar 2026

Schlafstörungen: Ursachen, Auswirkungen und evidenzbasierte Behandlungsoptionen

Rund ein Drittel der Deutschen leidet unter Schlafproblemen. Welche Ursachen stecken dahinter, welche Therapien sind wissenschaftlich belegt – und was weiß die Forschung über pflanzliche und cannabisbasierte Ansätze?

Medically reviewed by Dr. med. Michael Masyk

Schlafstörungen – ein unterschätztes Gesundheitsproblem

Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leidet etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung gelegentlich unter Schlafproblemen, rund 10 % haben eine behandlungsbedürftige Insomnie.¹ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Schlafmangel als ein weltweites Public-Health-Problem ein.

Schlaf ist für die körperliche und geistige Gesundheit unverzichtbar: Während des Schlafs regeneriert das Gehirn, das Immunsystem wird gestärkt, Hormonspiegel reguliert und Gedächtnisinhalte konsolidiert.

Arten von Schlafstörungen

Die Internationale Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD-3) unterscheidet mehrere Kategorien:

  • Insomnie – Einschlaf- oder Durchschlafprobleme, nicht erholsamer Schlaf
  • Schlafbezogene Atmungsstörungen – z. B. Schlafapnoe
  • Hypersomnien – übermäßige Schläfrigkeit tagsüber
  • Zirkadiane Rhythmusstörungen – Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus (häufig bei Schichtarbeit)
  • Parasomnien – Schlafwandeln, Nachtangst, REM-Schlafverhaltensstörung

Häufige Ursachen

Schlafstörungen entstehen selten durch eine einzelne Ursache. Typische Auslöser und Risikofaktoren sind:

  • Psychische Erkrankungen – Depressionen, Angststörungen (in über 40 % der Fälle komorbid)²
  • Chronische Schmerzen – nozizeptive oder neuropathische Schmerzen stören den Schlaf erheblich
  • Substanzen – Koffein, Alkohol, bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker, Steroide)
  • Schlafhygienische Faktoren – unregelmäßige Schlafzeiten, Bildschirmlicht, Lärm
  • Schichtarbeit – betrifft in Deutschland rund 4,5 Millionen Beschäftigte

Evidenzbasierte Therapieoptionen

Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I)

Die KVT-I gilt laut aktueller S3-Leitlinie „Nicht-erholsamer Schlaf/Schlafstörungen" als Erstlinientherapie bei chronischer Insomnie – noch vor medikamentösen Ansätzen.³ Sie umfasst:

  • Schlafrestriktion und Stimuluskontrolle
  • Entspannungsverfahren (z. B. Progressive Muskelentspannung)
  • Kognitive Umstrukturierung dysfunktionaler Überzeugungen über Schlaf

Die Remissionsraten der KVT-I liegen in Studien bei 50–80 %.⁴

Schlafhygiene

Einfache Maßnahmen können erheblichen Einfluss haben:

  • Feste Schlafenszeiten, auch am Wochenende
  • Kühle, dunkle, ruhige Schlafumgebung
  • Kein Koffein ab 14 Uhr
  • Kein Alkohol als "Einschlafhilfe" (er reduziert die Schlafqualität in der zweiten Nachthälfte)
  • Reduktion von Blaulicht (Smartphones, Tablets) mindestens eine Stunde vor dem Schlafen

Medikamentöse Optionen

Bei kurzfristiger Anwendung können unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden:

  • Nicht-Benzodiazepin-Hypnotika (Z-Drugs wie Zolpidem) – kurzfristig wirksam, Abhängigkeitspotenzial beachten
  • Niedrig dosierte Antidepressiva (z. B. Doxepin, Mirtazapin) – besonders bei komorbider Depression
  • Melatonin – bei zirkadianen Störungen oder für Patienten über 55 Jahre (Circadin® ist EU-zugelassen)

Cannabinoide und Schlaf – aktueller Forschungsstand

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Präklinische und einige klinische Studien deuten darauf hin, dass Cannabinoide – insbesondere THC und CBD – schlafrelevante Parameter beeinflussen können.⁵

Eine systematische Übersichtsarbeit in Sleep Medicine Reviews (2020) analysierte 39 Studien und stellte fest, dass kurzfristig THC die Einschlaflatenz verkürzen und die subjektive Schlafqualität verbessern kann.⁶ Gleichzeitig weisen die Autoren auf mögliche Einschränkungen der REM-Schlafphasen bei längerer Anwendung hin.

Für CBD wurden in einzelnen Untersuchungen bei stressbedingten Schlafstörungen und PTBS-assoziierten Alpträumen Hinweise auf mögliche positive Effekte berichtet, wobei die Datenlage als vorläufig einzuschätzen ist und weitere kontrollierte Studien erforderlich sind.⁷

Die Verwendung cannabisbasierter Arzneimittel bei Schlafstörungen erfordert eine sorgfältige ärztliche Indikationsstellung und ist kein Ersatz für etablierte Behandlungsmethoden.

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Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

  1. DGSM – Positionspapier Insomnie 2020
  2. Taylor DJ et al. (2007): Comorbidity of chronic insomnia with medical problems. Sleep 30(2):213–218
  3. AWMF S3-Leitlinie Nicht-erholsamer Schlaf/Schlafstörungen (Registernr. 063-003)
  4. Trauer JM et al. (2015): Cognitive Behavioral Therapy for Chronic Insomnia. Ann Intern Med 163(3):191–204
  5. Murillo-Rodríguez E et al. (2011): The endocannabinoid system modulating levels of consciousness. Brain Res Bull 85(3):150–161
  6. Bhagavan C et al. (2020): Therapeutic potential of cannabidiol for mental health. Sleep Medicine Reviews 53:101336
  7. Shannon S et al. (2019): Cannabidiol in Anxiety and Sleep. Perm J 23:18–041
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Frequently asked questions about Schlafstörungen

Hinweis zu diesem Beitrag

This article provides general information and replaces neither medical advice nor a diagnosis. The medicines mentioned are available on prescription only; whether a therapy is medically justifiable in your case can be assessed solely by a doctor who knows your medical history. Please discuss any health concerns with a doctor you trust.

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