Pinen
- Aroma
- harzig, nach Nadelwald
- Auch enthalten in
- Kiefernnadeln, Rosmarin, Dill, Basilikum
- Im Apothekenbestand
- 22.8 % der Katalogeinträge (915 von 4019)
- Schreibweisen
- Alpha-Pinen, Beta-Pinen, Pinene
Was ist Pinen?
Pinen ist das in der Natur am weitesten verbreitete Terpen überhaupt und existiert in zwei Formen, Alpha- und Beta-Pinen. Es prägt den Geruch von Nadelwäldern, Rosmarin, Dill und Petersilie und ist Hauptbestandteil von Terpentinöl. Alpha-Pinen ist die häufigere Form und riecht nach Kiefer, Beta-Pinen eher nach frischem Holz und Kräutern. Die Herstellerangaben führen beide Formen teils getrennt, teils zusammengefasst als „Pinene“; hier sind sie gemeinsam gezählt.
Was die Forschung zeigt — und was nicht
Pinen ist als Bestandteil ätherischer Öle gut untersucht, unter anderem zu Effekten auf die Atemwege und in Zellkulturen zu entzündungsbezogenen und antimikrobiellen Eigenschaften. Die häufig zitierte Behauptung, Pinen wirke dem Gedächtnisverlust unter THC entgegen, geht auf Laborbefunde zu einem Enzym zurück und ist beim Menschen nicht untersucht. Die Datenlage stammt aus Untersuchungen an isoliertem Pinen in Konzentrationen, die mit dem Gehalt in einem Arzneimittel nichts zu tun haben. In höheren Konzentrationen reizt Pinen die Atemwege, was für das Verdampfen von Bedeutung sein kann. Eine daraus abgeleitete Wirkungsaussage für cannabisbasierte Präparate wäre nicht haltbar.
Einordnung: Terpene sind Aroma- und Duftstoffe. Die Wirkung eines cannabisbasierten Arzneimittels wird ganz überwiegend von seinen Cannabinoiden bestimmt, nicht von seinem Terpenprofil. Aussagen zu therapeutischen Effekten einzelner Terpene beruhen fast durchweg auf Zell- und Tiermodellen und lassen sich nicht auf die Anwendung beim Menschen übertragen.
Häufigkeitsangabe gezählt über 4019 distinkte Produkte im Katalog unseres Apothekennetzwerks, Stand 2026-09-14. Der Katalog nennt Terpene ohne Mengenangabe — die Angabe bedeutet „ist gelistet", nicht „ist mengenmäßig führend".