Was sind Terpene?
Terpene sind aromatische Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommen – in Lavendel, Zitrusfrüchten, Kiefern und auch in der Cannabispflanze. Sie sind verantwortlich für den charakteristischen Geruch verschiedener Cannabissorten und werden seit Jahren intensiv auf mögliche pharmakologische Eigenschaften untersucht.
Die Cannabispflanze enthält über 200 verschiedene Terpene. Einige kommen in besonders hoher Konzentration vor und sind Gegenstand gezielter Forschung.
Die wichtigsten Terpene und was die Forschung dazu sagt
Beta-Caryophyllen – die stärkste Evidenz
Beta-Caryophyllen ist das einzige bekannte Terpen, das direkt an Cannabinoidrezeptoren bindet – konkret an CB2-Rezeptoren, die vor allem auf Immunzellen vorkommen. In präklinischen Studien (Tier- und Laborexperimenten) wurden entzündungshemmende und möglicherweise schmerzlindernde Effekte beobachtet.¹
Es ist damit das am besten erforschte Cannabis-Terpen mit dem stärksten mechanistischen Argument für eine biologische Aktivität. Klinische Studien am Menschen fehlen jedoch weitgehend.
Myrcen – häufig, aber wenig belegt
Myrcen ist das in Cannabis am häufigsten vorkommende Terpen. Aus Tierstudien gibt es Hinweise auf möglicherweise sedierende und muskelentspannende Eigenschaften. Ob diese Effekte beim Menschen in therapeutisch relevanten Mengen auftreten, ist nicht belegt.²
Limonen – begrenzte Humandaten
Limonen (Zitrusgruppengehalt) wurde in einzelnen kleineren Studien am Menschen untersucht. Eine Humanstudie aus 2024 berichtete mögliche stimmungsmodulierende Effekte. Die Datenlage ist jedoch sehr begrenzt und reicht nicht für klinische Schlussfolgerungen.³
Linalool – präklinisch, kaum Humandaten
Linalool, der Hauptwirkstoff von Lavendel, wird auf anxiolytische und schlaffördernde Eigenschaften untersucht. Die vorhandenen Studien stammen überwiegend aus Tier- und In-vitro-Experimenten. Humanstudien mit ausreichender Qualität fehlen bisher.²
Terpinolen, Pinen, Humulen
Diese Terpene sind bislang noch weniger gut erforscht. Präklinische Untersuchungen haben erste Hinweise auf antioxidative oder entzündungshemmende Eigenschaften geliefert – klinische Relevanz ist nicht belegt.