Einnahmeformen im Überblick
Medizinisches Cannabis ist in Deutschland in verschiedenen Formen erhältlich. Die häufigsten sind:
1. Inhalation via Vaporizer (Verdampfer)
Die Inhalation durch einen medizinischen Vaporizer ist die in Deutschland am häufigsten verordnete Anwendungsform für Cannabis-Blüten. Dabei werden die Wirkstoffe bei kontrollierten Temperaturen (meist 170–210 °C) verdampft – ohne Verbrennung, was die Entstehung schädlicher Verbrennungsprodukte vermeidet.¹
Vorteile: Schneller Wirkungseintritt (Minuten), gute Steuerbarkeit der Dosis Nachteile: Kann Atemwege reizen; nicht für alle Patienten geeignet (z. B. bei Lungenerkrankungen)
2. Öle und Extrakte
Cannabisextrakte werden meist sublingual (unter die Zunge) oder oral eingenommen. Der Wirkungseintritt ist langsamer als bei Inhalation (30–120 Minuten), dafür länger anhaltend.
Vorteile: Keine Belastung der Atemwege, gute Dosierbarkeit per Tropfen Nachteile: Langsamerer Wirkungseintritt; Erstpassage-Metabolisierung in der Leber verändert das Wirkprofil
3. Fertigarzneimittel (z. B. Dronabinol-Kapseln, Sativex®)
Zugelassene Fertigarzneimittel wie Dronabinol (synthetisches THC) oder Nabiximols (Sativex®) bieten standardisierte Dosierungen und sind für spezifische Indikationen zugelassen.
Dosierungsprinzip: „Start low, go slow"
Für cannabisbasierte Arzneimittel gilt in der Medizin das „Start low, go slow"-Prinzip:²
- Mit einer niedrigen Dosis beginnen
- Dosis langsam und schrittweise erhöhen – erst wenn die aktuelle Dosis gut vertragen wird
- Auf die individuelle Reaktion achten: Wirkung, Nebenwirkungen und subjektives Befinden
Eine Standarddosis gibt es nicht – die optimale Dosis ist individuell sehr verschieden und hängt von Grunderkrankung, THC-Toleranz, Körpergewicht, Stoffwechsel und weiteren Faktoren ab.
Die Dosierung wird vom verordnenden Arzt festgelegt und sollte nicht eigenmächtig verändert werden.