Burnout: Mehr als Erschöpfung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Burnout 2019 in die überarbeitete Internationale Klassifikation der Erkrankungen (ICD-11) aufgenommen – definiert als „berufliches Phänomen", das durch drei Dimensionen gekennzeichnet ist:¹
- Emotionale Erschöpfung
- Zunehmender mentaler Distanz zur Arbeit (Zynismus, Depersonalisation)
- Verminderte berufliche Leistungsfähigkeit
Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) aus 2023 berichten 26 % der Beschäftigten in Deutschland häufig von Erschöpfung – Burnout-Diagnosen nehmen seit Jahren zu.²
Burnout vs. Depression: Ein wichtiger Unterschied
Burnout und Depression werden häufig verwechselt, unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung:
- Burnout entsteht primär aus arbeits- oder rollenbezogenem chronischem Stress und ist zunächst kontextgebunden
- Depression ist eine psychiatrische Erkrankung, die alle Lebensbereiche betrifft und einer eigenständigen Behandlung bedarf
In der Praxis können beide gleichzeitig vorliegen. Eine differenzialdiagnostische Abklärung durch einen Arzt oder Psychologen ist wichtig.
Ursachen und Risikofaktoren
Burnout entsteht durch das langfristige Ungleichgewicht zwischen Belastung und Ressourcen. Wissenschaftlich anerkannte Risikofaktoren sind:³
- Hohe Arbeitsmenge bei wenig Entscheidungsfreiheit
- Mangelnde soziale Unterstützung am Arbeitsplatz
- Fehlende Anerkennung und unfaire Behandlung
- Unklarheit über Aufgaben und Erwartungen (Rollenambiguität)
- Perfektionismus und hohes Kontrollbedürfnis